Klimt Villa

Vom Gartenhaus zur Villa

Mitten in Hietzing, in ruhiger Lage zwischen Wohnhäusern, befindet sich in einem großzügigen Garten eine neobarrocke zweigeschoßige Villa. An diesem Ort schuf Gustav Klimt von 1911 bis zu seinem Tod 1918 in einem ebenerdigen Gartenhaus, welches er als Atelier nutzte, einige seiner wichtigsten Werke. Er arbeitete hier an mehr als 50 Gemälden, darunter weltbekannte Bilder wie „Adele Bloch-Bauer II“, „Friederike Beer“, „Die Braut“ und „Adam und Eva“. Die Villa selbst erlebte Klimt jedoch nicht mehr. Denn erst ein paar Jahre nach dem Tod des Künstlers begann die Familie Hermann, die Eigentümer des Gartenhauses, dieses baulich zu erweitern. Fertiggestellt wurde die Erweiterung, die eine neobarocke Villa entstehen ließ, aber erst von den neuen Besitzern, der Familie Klein, im Jahr 1923. Im Zuge des Umbaus wurden ein Obergeschoß mit Flachdach, ein Vorbau auf der Südseite sowie eine Freitreppe auf der Nordseite ergänzt. Das bedeutet, dass Gustav Klimt das villenartige Gebäude, so wie es heute existiert, nicht kannte. Jedoch wurde durch diese besondere Bauweise ein einzigartiges Raum-in-Raum-Gebäude geschaffen, in dessen Inneren die Atelierräume, in denen Gustav Klimt wirkte, bis heute erhalten sind.

1939 musste die Familie Klein als Angehörige des jüdisch assimilierten Bürgertums vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten ins Ausland fliehen. Nach der Befreiung  1945 wurden die geraubte Villa und Teile des Grundstücks von der Republik Österreich an die Familie Klein restituiert.  Da die Familie nicht mehr nach Hietzing zurückkehrte, verkaufte sie die Villa 1957 jedoch wieder an den österreichischen Staat zurück. Nach einer längeren Nutzung als Schule und als man fast vollkommen vergessen hatte, dass sich in ihr das letzte Atelier von Gustav Klimt befand, stand sie einige Jahr leer.

Die Klimt Villa heute

Schon vom Abriss bedroht, revitalisierte die Republik Österreich nach anhaltenden zivilgesellschaftlichen Protesten dieses einzigartige Gebäude anlässlich des Klimt-Jahres 2012. Die zuständige Burghauptmannschaft Österreich und das Bundesdenkmalamt beschlossen, im Zuge einer aufwändigen und engagierten Sanierung im Erdgeschoß der Klimt Villa soweit wie möglich die Struktur des Ateliers vor dem Umbau 1922/23 wiederherzustellen.

Zusätzlich wurden im Zuge der Revitalisierung auch das Empfangszimmer und Atelierzimmer von Gustav Klimt detailliert rekonstruiert. Diese zählen heute zu den wesentlichen Ausstellungselementen der Klimt Villa. Um den Gästen die besondere Geschichte des Ortes und die einzigartige Haus-in-Haus-Konstruktion vermitteln zu können, erhalten alle Gäste nach Möglichkeit eine kurze persönliche Einführung, bevor sie die Räumlichkeiten eigenständig erkunden können.

Der sich auch in einigen Gemälden von Klimt widerspiegelnde Garten wird derzeit zumindest teilweise rekonstruiert, um den BesucherInnen der Klimt Villa zumindest einen Eindruck der Blütenpracht zu geben, die das Atelier von Gustav Klimt früher umgab.

Ziel der Klimt Villa ist es auch, einen kritischen Blick auf die Geschichte rund um Gustav Klimt zu werfen. Diese Funktion erfüllt derzeit die aktuelle Sonderausstellung „Klimt lost“. Diese thematisiert seit 2018 die Verfolgung vieler KunstsammlerInnen und deren Beraubung während des Nationalsozialismus sowie den Umgang mit geraubten Bildern nach 1945.

Ausstellung

Klimt Lost

Gezeigt wird eine permanente Ausstellung rund um Klimts Atelier – die einzige an einem seiner ehemaligen Wirkungsorte.

Gerade in Wien, aber auch weltweit, scheint Klimt allgegenwärtig. Seine Kunst ist zum Allgemeingut geworden. Vergessen wird, was im Zusammenhang mit seinen Werken und seinem Leben verloren gegangen ist: Raubkunst, zurückgegebene Kunst, verschwundene Kunst und unzählige Geschichten über Sammler, Täter und Opfer.

Klimts letztes Ateliergebäude steht bis heute inmitten eines großen Gartens am Wiener Stadtrand. Ein einzelner Rosenstock hat hier die Zeiten überdauert, sonst nichts. Klimt ist seit hundert Jahren tot. Auch seine Sammler und Mäzene leben nicht mehr. Sie wurden von den Nationalsozialisten vielfach verfolgt, beraubt, vertrieben oder ermordet. Ein Teil von Klimts Werken kam abhanden, verbrannte und verschwand spurlos. Der Rest findet sich nicht mehr an den Salonwänden seiner Sammler, sondern zumeist in musealen Räumen. Das Leben, das sich vor seinen Bildern tagtäglich abspielte, ist ebenso verloren wie die persönliche, familiäre Beziehung, die Besitzer und Kunst verband.

Die Ausstellung stellt die Frage nach dem Umgang mit dem Verlust, der weit über einzelne Kunstwerke hinausgeht. Und es stellt einige Protagonisten von damals wie von heute, sowie die verlorenen Klimts aus einem neuen Blickwinkel einem breiten Publikum vor.

Klimt Villa Newsletter

Impressionen

Ausgewählte Fotos aus dem Innen- und Außenbereich der Klimt Villa Wien. 

Pressemappe

Hochauflösende Fotos und alle wichtigen Informationen zur Klimt Villa Wien in unserer Pressemappe.